14. Fahrtag

20.12.2019
An diesem Tage schaffte ich die Stecke, die ich mir tatssächlich vorgenommen hatte – SULLANA. Aber eine Tour ohne Überraschungen gibt es nicht. Zunächst wieder, wenn auch kürzer als am Vortag, ging es bergauf, wieder Gegenwind, der aber nachließ und eher in der Hitze erfrischend wirkte. So kam ich nach einen Drittel der Strecke gut voran. In Ignacio Escudero sah ich eine Bank mit einem netten Wachmann davor – immer steht an Banken ein bewaffneter Wachdienst – er bewachte auch mein Fahrrad während ich versuchte – mit beiden Checkkarten – Geld abzuheben. Dies misslang. Auch große Dollarscheine wollte die Dame nicht wechseln. Das mit den Karten läge an meiner Hausbank.
Sie hatte Unrecht, wie sich später herausstellte. Noch wenige Kilometer bis Sullana, da überholte mich ein Ehepaar mit Kennzeihen „Bogota“, sie hielten an, gaben mir Wassermelone zu essen, filmten und fotografierten. Mit englisch, spanisch und vollem Mund unterhielten wir uns am Straßenrand, ich sollte mich für seinen youtube-Kanal vorstellen. Er ist Argentinier und sie aus Kolumbien. So 20 Minuten quatschen wir, ich wollte ja auch mal in Sullana ankommen und ich fuhr weiter. Wenige Kilometer später Reifenpanne vorn, Schlauch wechseln. In Marcavelica fand ich einen Vulkanisator, der den Schlauch reparierte für ca. 0,70 Euro – natürlch gab ich ihm etwas mehr.
Endlich in Sullana angekommen fragte ich nach einem Bankschalter. Gefunden, „Geld kaufen“ gelungen, und gleich gegenüber ein Hostal gefunden.
Abends bestellte ein halbes Hühnchen, vielleicht ein Drittel konnte ich essen. Eine ältere, bettelnde Dame freute sich über das Essen, sie nahm alles mit. Und so ging ich „von der Dame gesegnet“ beruhigt ins Bett.
Nach 14 Fahrtagen lege ich heute in Sullana einen Ruhetag ein und werde mich nachmittags mit einem Motortaxi rumkutschieren lassen.
Ich höre gerade Stimmen „no hay agua“ – es gibt kein Wasser – stimmt!

Treffen neben der Straße – mit Wassermelone

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