28. Tag

28. Tag, 15.12. 2017
Commodoro Rivadavia
Nun bin ich doch losgefahren, es schien zunächst ein güünstige Windrichtung für mich zu sein. Natürlich die Verwirbelungen bei vorbeifahrenden Fahrzeugen.
Man merkt ja schon an meinen Inhalten, was mich gerade mehr beschäftigt, die Natur oder die profane Wegstrecke. Die Blicke richten sich fast nur auf die Straße und in den Rückspiegel, absolut wichtigstes Teil an meinem Fahrrad (habe noch zwei kleinere als Ersatz dabei). Fahrzeuge wurden immer weniger, ca 35. Kilometer hatte ich hinter mir, keine Ortschaft nach Karte in Aussicht (da stand eine, nur die gibt es nicht!!!) Also – Hand raus – Haltezeichen, zwei grüßten mich noch freundlich, schon der dritte Fahrer mit Beifahrerin hielt an. Wir verstauten mein Fahrrad und los ging´s. So wurde aus den 35 Kilometern 145 – wohlgemerkt keine Versorgungsstation – gegen den Wind! Unmöglich!
Nun weitere Bedenken hinsichtlich der weitere Tour in Süden.
Zunächst fragte ich bei der Touristikinformation nach, die befand sich gerade neben der Stelle, an der ich mal wieder einen Platten flicken musste – kam ein Junge vorbei, der mich darauf hinwies.
Sie beschrieben mir einen Zeltplatz ca. 13 weiter, im Busterminal habe ich auch mal nachgefragt, Buse nach Barilodge gibt es natürlich, das Fahrrad muss verpackt werden in einem Karton. „Haben Sie einen Karton“, so meine Entgegnung. „Nein“ – Also nachdenken! Besseres Wetter abwarten!
Ich kam wieder (wie immer) an einer Tankstelle mit gegenüber liegendem Supermarkt vorbei. An einer grünen Stelle zur Straße hin, gerne “ es sei doch wie im Paradies“, meinte der zuvorkommende Tankstellenwärter.
Es kam ein Sturm auf, er blies mich vom Rad, Zelt konnte ich gerade noch aufbauen und hielt die ganze Nacht durch. Diese Nacht, so glaube ich, war die lauteste in meinem Leben.

Weit und breit nichts zu sehen – nur Landschaft
Obwohl hinter dem Zaun, also auf Privatgelände, nichts wie weg!
Vielen, vielen Dank! Muchas gracias a ustedes! Vielleicht ist dieses freundliche Paar mein Lebensretter. Ich weiß, die Leute hier lassen mich nicht im Stich!
Blick, von „meiner Tankstelle“ aus auf den Atlantik. Als ich die Straße zu Fuß überqueren wollte, musste ich mich ausbalancieren.
Meine Tankstelle – hinter der Holztafel verbrachte ich die Nacht – rechts am Oleander mein Fahrrad

2 Antworten auf „28. Tag“

  1. Gute reise Klaus!! Ich grube Sie bom „kleinen paradies“ der Tankstelle Comodoro Rivadavia. Santiago Haro

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.