29. Fahrtag

Mittwoch, 08.01.2020

Pisco – Rio Grande, liegt vor dem bekannteren Palpa. Nach Palpa sind auch Linien zu finden. Dazu später mehr. Nach Ica waren die Straßenseiten schlechter geworden, viele Schlaglöcher oder auf Straßenschotter. Da ja viel Verkehr vorhanden, konnte ich nur selten den glatten Straßenbelag nutzen. An diesem Tage kam ich an einem schrecklichen Unfall vorbei, der sich in der Nacht zuvor ereignete: Ein älter LKW schlitzte einen Van auf der Fahrerseite total auf. Ich hörte später von zwei Toten.
Eigentlich wundert es mich ja nicht, die sonst so freundlichen Leute kaum im Auto rasen, überholen bei durchgezogener Mittellinie, auch an unübersichtlichen Stellen. Ständig fahre ich an Gedenkstätten für die Toten vorbei. Nur – Mahnmale sind sie wohl nicht.

Mit über 95 Kilometern war dies die längste Strecke bislang. „Strava“, die Handy-App, gibt mir über 3500 Kcal an, dazu kommen noch die Kalorien pro Tag, so komme ich weit über 5000 Kcal, die kann ich nicht essen und trinken. Hatte ja schon nach drei Wochen schon 10 Kilogramm verloren – ich muss aufpassen.


Ankunft in Rio Grande:

„Man muss sich diese Situation mal vorstellen: Ich erreiche einen Ort, dachte, es sei Palpa, es ist 4 km vor Palpa, den Ort, den ich eigentlich erreichen wollte. Ich fragte nach einem Hostal, voll belegt. Ein paar Meter zuvor ein Haus ohne Kennzeichnung, es soll ein Hotel sein. Ich sprach eine Frau an, dazu kam ein junger Mann, der als Maler dort arbeitete. Er fragte für mich nach, ob ich hier übernachten könne, zunächst ein „nein“. Ich bot an irgendwo auf meiner Matte zu nächtigen. Plötzlich war ein Zimmer frei. Natürlich lud ich den „Juan“ zum Bier und Essen ein. Ich bekam ein Zimmer, in dem sonst ein Arzt wohnt. Auch die anderen Räume sind an Ärzte vermietet. Nach Bier gab es noch ein Essen abends gegen 20 Uhr. So endete wieder mal ein zunächst ungewisser Ausgang eines Fahrradtages, war ja anstrengend, äußerst harmonisch, fast unglaublich. Nur das Handtuch des Arztes soll ich nicht verwenden. Habe ja ein eigenes. Und was bezahlte ich für Raum und Essen für zwei Personen – 50 Soles, das sind ca. 15 Euro. So etwas erlebt man nur einmal und nur hier!“

Hatte einige Gesteinsbrocken in der Hand – Kreide – oder „Magnesia – Turner kennen das“
Was sich darin verbirgt?
Die Berge im Hintergrund sollen nach Nachfrage über 3000 Meter hoch sein.

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