37. Tag

Fahrrad wird verladen und festgebunden

37. Tag, 24.12.2017
Rio Gallegos
Mal sehen, ob es ein weihnachtlicher Tag werden wird.
Zunächst wieder das Fahrrad gepackt, die Taschen durch das Fenster des Hotels heruntergelassen, sonst hätte ich – Türe war verschlossen – durch die Gaststätte der Tankstelle gehen müssen.
Abfahrt Richtung Süden, zunächst noch angenehm. Auch eine folgende Steigung ließ sich leicht bewältigen.
Ich hatte ja im Hinterkopf, dass der Fahrtag nicht also lang werden würde, es solle ja nach 46 Kilometern eine Servicestation geben und erst später die längere Strecke ohne. Nun radelte ich, doch nach 46 Kilometern war nicht, auch nach weitern 4 Kilometern, dafür aber ein enormer Gegenwind direkt von vorne. Wenig Verkehr. Was soll ich tun. Ich rang mit mir und der Entscheidung den Rückweg einzuschlagen, da ich ja schon 5 Stunden gefahren war, müsste der Rückweg wesentlich schneller zu meistern sein. Rückweg eingeschlagen und mit brausendem Tempo wieder an meine zuvor gewesenen Haltepunkten vorbei, so der Eingang zum Nationalpark „Monte Leon“.
Auf dem Hinweg befand sich ein riesiges Schiff an der Ruta 3 – brachte mich ja zuvor ins Staunen, in der Pampa ein Schiff – es war auf Rädern dorthin gebracht worden zu der Abzweigung nach Puerto Santa Cruz, der Regionalhauptstadt. Dort sah ich bei meiner Rückfahrt eine Polizistin, sie konnte ich fragen, ob es Sinn machte bis Santa Cruz zu fahren. Sie begleitete mich in ein kleines Häuschen, dort gab es etwas zu trinken und Essen. Schon beim Essen saß ein kräftig gebauter Herr und es stellte sich heraus, er war der Fahrer des LKW´s, vor dem Häuschen.
Schnell war ausgemacht, dass ich mit ihm Rio Gallegos erreichen werde.
Noch ein paar Fotos gemacht und Informationen ausgetauscht, Fahrrad verstaut und schon ging´s los! Nun sah ich, keinerlei Versorgungsmöglichkeiten auf über 200 Kilometern!
Wir haben auf der Fahrt viel geplaudert und Musik gehört. Den Fahrern ist es eigentlich nicht erlaubt jemanden mitzunehmen. So musste er mich bei Ankunft etwas früher absetzen – bei einer Tankstelle in Rios Gallegos. Wir hatten ausgemacht, dass er mich am nächsten Tag auf der Strecke auflesen würde – bis – bis nach Ushuaia!
An der Tankstelle war der Abend noch nicht zu Ende! Ich suchte zunächst hinter dem Gebäude einen geeigneten Platz, um mein Zelt aufzuschlagen. Natürlich fragte ich zuvor an einem Nebengebäude an, auch ob es da etwas zu Essen und zu Trinken gäbe, die Tankstelle selbst hat ihren Service heute eingestellt.
Kurz und gut, ein ganze Mannschaft feiernder Fahrer luden mich ein zu jede Menge Grillfleisch, Rotwein und ein Bier nach dem anderen wurde mir auch noch gereicht. Ich staunte nicht schlecht über die fröhliche Gesellschaft. Es wurde spät, es regnete, mein Fahrrad stand von außen an das Fenster gelehnt, so hatte ich bei diesem nassen Wetter keine Lust mehr auf den Aufbau des Zeltes im nassen Gras. Ich fragte mal an, ob ich nicht unter einem LKW nächtigen könnte. „Kein Problem“, nach 24. Uhr begleitete mich ein jüngerer Fahrer zu einem freistehenden Hänger. Im Schlafsack hatte ich es warm.

Vielen Dank für die Ratschläge und Vermittlungen
Die Wirtin – spricht einige Worte auf deutsch
auf der Hinfahrt


Eine wirklich gastfreundliche Gemeinschaft der „camionistas“ – Muchas gracias para todos!
Zwei Firmen waren an diesem Abend anwesend und feierten Weihnachten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.