45. Fahrtag

Montag, 27.01.2020

Dieser Tag sollte eine gravierende Entscheidung bringen. Ich startete in dem schönen Taltal, wich den Hundemeuten aus und strampelte den Berg hoch. Ich wusste durch eine Nachfrage, das es 25 Kilometer bergauf werden sollte. So war es dann auch, nach vier Stunden erreichte ich die Kreuzung zur Panamericana – Ruta 5.
Dort gab es ein Restaurant – „dios mio!“ – und ich konnte mich stärken. So fuhr ich noch einige Kilometer weiter, doch meine Motivation sank angesichts der Einöde, die eigentlich keine ist, nur mir kam sie nun so vor.

An einem Rastplatz machte ich einen Halt und ein Bus kam dazu. Der Bus hatte die Aufschrift “ Santiago“, ich sprach mit dem Fahrer, er meinte ja. So ein Glück, so ein Zufall dachte ich und nahm das Gepäck ab. Als wir nun das Rad verstauen wollten kam ein zweiter Herr dazu, er war wohl nicht davon begeistert einige Gepäckstücke innerhalb des Buses zu bewegen, so hatte ich letztlich doch kein Glück und sattelte wieder meinen Drahtesel auf.
Wer hier der eigentliche Esel ist, ist noch die Frage. Kaum war ich wieder fahrbereit hielt ein LKW, der sah wohl das ganze schon von weitem.
Er schaute mich an, ich öffnete die Beifahrertüre und er meinte „Santiago“?
So wurde Fahrrad und Gepäck in den ewig langen und leeren Anhänger gepackt, auf den Boden gelegt und das Gepäck um das Rad herum verstaut, damit das Rad einen Halt hat.
Die Fahrt konnte beginnen, sie sollte fast zwei Tage dauern. Nachts um 24 Uhr machten wir Rast, er schlief in der Fahrerkabine, ich hinten auf dem geschlossenen Anhänger, hatte ja dafür alles dabei. Abends zuvor aßen wir noch etwas in einem dem Fahrer bekannten Restaurant – eher Kneipe. Dort aß ich zwei Empanadas – noch nie hatte ich bessere gegessen!

Fahrer hatte für mich extra einen Stopp eingelegt.
Hier war mal Meer, ausgespült durch die Brandung
… nicht das tiefblaue Meer, sondern der LKW im Hintergrund
So schön die Wüste auch ist in ihren durch unterschiedliche Mineralien gefärbten Tönen – mit dem Fahrrad treten andere profane Dinge in den Vordergrund – für mich.

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