Puerto Montt 4

17. / 18.01.2018 – Halbzeit
Gestern Abend lud mich Alejandro Ortiz in Puerto Varas  in das Bierlokal „Shoper“ ein. Man sitzt dort sehr schön im Freien mit der Sicht auf den Lago Llanquihue.  Bislang waren solche Sitzgelegenheiten in Freien eher selten, in Patagonien weht eben der Wind zu stark.

Heute, 18.01. besuchte ich die Insel Tenglo, die südlich direkt an die Stadt angrenzt. Hier einige Eindrücke von der Insel auf das Festland.

Norwegen – ein Kreuzfahrtschiff
links Angelmo, das touristische Zentrum der Stadt mit vielen Verkaufsständen und Restaurants
Blick auf Mirasol, dem Stadtteil, in dem ich lebte
Zentrum der Stadt
Hunde, die niemandem gehören, darüber müsste ich mich gesondert einlassen, sie begleiteten mich fast auf allen Wegen und versuchten auch mal auf dem Fahrrad sitzend meine Waden zu erwischen. Hier, in den Häusern und meist hinter den Zäunen, kläfft es ohne Pause. Manche regen sich auf, andere stört das wohl nicht mehr – Hundesteuer – die gibt es hier nicht.

Puerto Montt 3

16.01.2018

Heute besuchte ich Covepa, einen Markt für landwirtschaftliche Produkte. Ein Miteigentümer ist Georg Wammes, ehemaliger Vorstand der Eltern der Schule, Vater eines Schülers, Käufer meines gelben Busses, Skatspieler und Honorarkonsul in Chile für Deutschland.  Er hatte mich kaum erkannt, als ich meinen Namen nannte war die Zeit vor 25 Jahren präsent. So erfuhr ich auch, was aus unserem ehemaligen Fahrzeug geworden ist. Nach vielen guten Diensten und Fahrten gab es in Argentinien einen schweren Unfall mit einem LKW – das war´s dann. Viele Erinnerungen bleiben!

Auch den touristischen Teil Puerto Montt´s besuchte ich noch einmal, wie man unschwer an den Bildern erkennen kann.

Und schließlich Mirasol, unser ehemaliges Wohngebiet und das jetzige Haus unserer Nachbarn.

Isla Tenglo
… war früher mal ein Bahnhof
Angelmo

Mirasol, alle Gebäude hier sind später – nach unserer Zeit – gebaut worden

Puerto Montt 2

15.01.2018
Einige Besuche in der Stadt, Besuch meiner ehemaligen Schulleiterin der Deutschen Schule in  Puerto Montt, Herta Aros. Sie konnte sich noch sehr gut an mich erinnern und an unsere gemeinsamen Kolleginnen und Kollegen aus der Zeit – wie ich finde beachtlich.
Inzwischen fahre ich auch wieder mit den „collectivos“, den Sammeltaxen, die bis 4 Personen mitnehmen können. Das Haus meiner Nachbarn ist schon einige Kilometer vom Zentrum Puerto Montts entfernt.

Die letzten beiden Tage hielten wir uns in einem Haus auf, das den Brüdern von Theresa gehört. Dort trafen wir auch auf eine Nichte meiner Nachbarin.
Wir fuhren über Puerto Varas nach Ensenada am Lago Llanquihe mit Sicht auf die Vulkane Calbucco und Osorno. Calbucco verstreute 2015 viel Lavasand (eher Kies) und auch größere Steine, auch das besuchte Haus war damals betroffen und das Dach und Gelände musste gesäubert werden. Das hatte damals Carlos mit Freunden erledigt, ich kann mich noch an die Bilder erinnern. Das Eingangsbild dieses Blogs entstand bei dem Ausbruch des Vulkans. Carlos besuchte uns auch dort.

Mutter von Theresa, Waldemar und Theresa, Carlos
Vulkan Osorno
Lago Llanquihue
Calbuco – letzter Ausbruch 1. Mai 2015
Lago Llanquihue
Ski-Gebiet am Osorno – da war ich auch mal in Begleitung einer Klasse
Regenbogen um die Sonne mit Hand vor der Sonne – habe ich noch nie so gesehen – feuchte Luft eben
Vulkan Puntiagudo
In der Bildmitte links ist das Skigebiet, dahin sind Lourdes mal von ziemlich weit unten gewandert und abends zurück. Auf dem Rückweg hielt ein Auto an und wollte uns mitnehmen, wir lehnten ab, doch später war es stockdunkel, nur am Himmel konnte man die Baumränder sehen, da musste ja der Weg sein.

Puerto Montt 1

11.01.2018

Nach Frühstück lange Gespräche mit Waldemar, mittags besuchte uns Sohn Carlos und Gegen drei Uhr mein erster Spaziergang durch die total sich veränderte Stadt am Pazifik entlang.
Beginnend im touristischsten Teil Angelmo durch die Hauptstraßen bis zu meiner ehemaligen Schule, sie fand ich noch, Geschäfte von vor 26/27 Jahren erkannte ich kaum mehr, nur eines, da war ich Stammkunde – in einer Ferreteria Weitzler – Werkzeuge, Baubedarf – einen Baumarkt eben.
Viele neue, hohe Gebäude sind entstanden, nur die Insel Tenglo gegenüber der Stadt schien unverändert geblieben.
Morgen werde ich ehemalige Kollegen treffen – hoffentlich!

Angelmo
Sicht auf Tenglo
Im Hintergrund Calbuco, der am 1. Mai 2015 zum letzten mal ausbrach – Eingangsbild dieses Blogs
steiler Weg zu unserem ehemaligen Stadtteil Mirasol
lovo marinos
Blick auf Pelluco

steiler Weg zu unserem ehemaligen Wohnbezirk Mirasol

54. Tag

54. Tag, 10.01.2018
Fahrt nach Puerto Montt
Von Barilodge führte der Weg an wunderbaren Gewässern vorbei zu dem Grenzübergang nach Chile, es wird wohl mein letzter sein bis zur Heimreise am 16.03. – aber man weiß ja nie?
Übergang Argentinien ging reibungslos, Grenze zu Chile, Papiere recht schnell, doch dann durften die Touristen ihre Taschen ausladen, auf ein Band legen und die Beamte wühlten auch in meiner Dreckwäsche. Mehrmals die Frage nach Obst, Trockenobst, Fleischwaren, Käse, Holz und all das, was ich nicht verstanden hatte und da es zwei Beamte waren, wurden die Fragen auch mehrmals gestellt.  Das ist zwar etwas lästig, aber man kann das auch verstehen.
Nun endlich in Chile und auf zu meinem früheren Arbeits-und Wohnort Puerto Montt. Auf guter Straße ging es flott voran bis ich bei Osorno auf die Panamericana stieß, diese ist zur Autobahn zweispurig ausgebaut, Autobahnschilder – die wir kennen – weisen die Straße als Autobahn aus, doch Fahrräder fahren am Straßenrand, Fußgänger überqueren die Straßen und Leitplanken, für einzelne Abschnitte sind Gebühren zu entrichten.
Ich erreichte Puerto Montt, konnte mich aber kaum an die Einfahrt in die Stadt erinnern, so hatte sie sich verändert und soll nun ca. 300 000 Einwohner haben. Den Stadtteil Mirasol konnte ich noch finden und auch mein ehemaliges Haus. Aussteigen, Fotos machen und die neue Adresse meiner ehemaligen Nachbarn herausfinden. Da kam aus der Nachbartüre eine ältere Dame heraus, die ich ansprach. Es stellte sich heraus, es war die Mutter unserer Nachbarin Theresa, wir hatten sie vor 26 Jahren in Santiago besucht. Sie stieg bei mir ein und gemeinsam zum Haus meiner Nachbarn unweit des alten Hauses – und da sitze ich nun und werde einige Zeit dort verbringen, von hier aus einiges unternehmen. Das Zimmer für mich war vorbereitet.

Grenze
Unser Häuschen mit Einfahrt

 

53. Tag

53. Tag, 09.01.2018
Fahrt nach Barilodge

Schon sehr früh musste ich mich von Daniela verabschieden, denn sie wurde schon um 6 Uhr von einem Kollegen abgeholt und die beiden fuhren nach Santa Cruz, wo  Danila zur Zeit arbeitet – im Zusammenhang mit der Katastrophe des Bergrutsches, der viele Menschen das Leben kostete
Gegen 9 Uhr brach ich auf, ich hatte mich entschieden, wieder die Strecke zurück nach Argentinien zu fahren und nicht in Richtung Carretera Austral.
Es folgten wieder die Grenzkontrollen, erst das Verlassen Chiles mit Stempel im Pass, später kam ich an die Grenzkontrolle Argentiniens mit der erneuten Einreise, doch die letztere wäre fast unmöglich gewesen; an jeder Kontrolle muss ich ja die Fahrzeugpapiere vorlegen, doch wo war das Papier  mit den vielen Ein-und Ausreisestempeln, ich hatte es nicht finden können, rannte nochmals zurück zum Auto, suchte, doch ich fand nichts. Zurück zur Kontrolle erklärte ich dem Beamten, dass ich mein Fahrzeugpapier nicht finden könne. Er  verstand, griff unter seine Theke und hielt zu meiner größten Erleichterung mein Papier in der Hand. Ich hatte es bei der Einreise liegen gelassen. Puh!  Hätte ich einen anderen Grenzübergang gewählt, was dann?
Erleichtert passierte ich auch die Einreise in Argentinien. Nun zähle ich stets auf drei, Fahrzeugkarte, Stempelpapier, Pass!

Schöne Fahrt bis Barilodge und übernachtete dort auf einem Campingplatz, musste allerdings für zwei Personen bezahlen, Alleinreisende gibt es wohl nicht.

 

 

 

52. Tag

52. Tag, 08.01.2018

Futaleufu,
der Tag ist noch nicht zu Ende.
Eindrücke aus der 2000 Einwohner-Stadt. Jeder kennt jeden. „Kennen Sie Daniela?“ „Ja, sie ist einer meiner besten Freundinnen!“

 

Hotel und Restaurant
typisches Straßenbild
rechts (Osten) geht’s zurück nach Argentinien, da werde ich morgen nach Barilodge fahren. Links nach Chaiten
Im Hintergrund eine Araukarie
Plaza
„Mödinger“ Fleischwaren, diese Familie habe ich vor 25 Jahren kennengelernt – sie sind in ganz Chile vertreten.

Noch ein Rundgang durch den Ort bei heißem Wetter, das kommt hier eher seltener vor.

 

Abschiedsessen mit Daniela, Freund und Tochter

51. Tag

51. Tag, 07.01.2018

Langes Ausschlafen, für mich ungewohnt, Frühstück und wir brachen auf und fuhren gemeinsam zu einem Haus auf dem Campo, das Daniela bauen ließ und sich noch im Bau befindet. Ein wunderbarer Ort, entlang des Flusses Espolon, ca. 4 Kilometer vom Zentrum Futaleufu entfernt. Dort verbrachten wir den Tag in Stille, Kinder badeten, wir aßen Pizza und Kuchen, hörten viele Vögel und einige Wasserfälle rauschen.
Abend folgte ihr Bekannter und – wie kann es anders sein- es wurde gegrillt!
Mit Danila sprach ich Spanisch, aber sie hat durchaus noch gute Deutschkenntnisse.  Im Laufe ihres Studium behielt sie Kontakt zu deutsch sprechenden Chilenen und Chileninnen.

 

50. Tag

50. Tag, 06.01.2018

Fahrt von Esquel bis Futaleufu, oder wie man einen Weg findet von Argentinien bis Chile

Nach Übernachtung in einem wunderbaren Hotel in Esquel ( nach zwei Zeltübernachtungen) (Hotel SurSur – superf freundlich – sauber, funktionierte allles!) fuhr ich in Richtung Trevelin. Dieser Ort war für mich nicht leicht zu finden, einige Irrfahrten, nach Nachfragen und Umkehren, nach einem unfreiwilligen Besuch in dem Allerce-Park, fand ich schließlich diesen Ort.
„Geht es hier nach Chile? Ja, dort wohnen freundliche Leute“, war eine Antwort. Ein Schild „Chile“ gab es nicht, irgendwann, zu meiner Erleichterung“  ein Schild nach „Furtaleufu“. Nach der schlechten Straße kam ich endlich an die erste Grenzkontrolle von Argentinien, es folgte die gut Straße schließlich bis Grenzkontrolle Chile. Stets drei Kontrollen sind zu durchlaufen, Fahrzeug, Passkontrolle und Aduana (Zollkontrolle), schließlich wird noch der Wagen besichtigt und natürlich der Inhalt. Aber das geht in Ordnung. Die Länder schützen sich vor illegalen Einfuhren und vor allem auch Obst-Fleischwaren-Käse-Kontrollen zum Schutze vor Krankheiten (TBC, Brucelose …)

Auf guter Straße fand ich Futaleufu, einem Ort, der gerne von Touristen besucht wird (Wandern, Wassersport).
Ich wollte Daniela besuchen, einer ehemaligen Schülerin aus Puerto Montt, die uns auch drei Monate in Deutschland besucht hatte (Intercambio). Kontakt hatte ich zu ihrem Bruder Alejandro, zu ihre schon lange keinen Kontakt mehr. Ich hatte ein Foto ihres Hauses per Internet gefunden (Es gab da mal einen Film über Familien in Chile und wie sie ihre Kinder bekommen, wie sie Leben, was sie arbeiten …). Aus diesem Film hatte ich das Foto des Hauses herauskopiert, ein weiteres Foto fand ich in „streetview“. So wusste ich also wo  sie wohnt. Nach einiger Zeit der Suche fand ich das Haus, außerhalb des Ortes. Niemand da, ich hinterließ eine Notiz und kam eine Stunde später zurück. Ein Mann kam auf mich zu, Hoftor war geöffnet, es stellte sich heraus, es war der Ex-Gefährte und Vater der Tochter von Daniela. Er erklärte mir anschaulich, wo sie nun im Zentrum der Stadt wohnt. Also machte ich mich weiter auf die Suche.
Natürlich hatte ich zuvor Daniela kontaktiert. Sie ist Tierärztin und arbeitet dieser Tage in einem staatlichen Programm an der Unglücksstelle bei Santa Lucia, dort sind bei einem Bergrutsch viele Menschen tödlich verunglückt,  achtzehn bislang gefunden worden, Auch die Straße „Carretera Austral“ ist auf mehrere Kilometer gesperrt.

Nun , da sind natürlich Geschichten auf einer Reise, auf die man nicht so gerne stößt.
Haus im Zentrum gefunden, ein Freund empfing mich – mit ein paar Bier (ich hätte auch Mate trinken können).

Gegen 20 Uhr traf Daniela ein,, was für ein herzliches  Wiedersehen Bach 25 Jahren! So wurde es spät am Abend, sie hatte am nächsten Tag frei!

 

 

49. Tag

49.Tag, 05.01.2018

Fahrt bis Esquel
Nach der Hälfte der Fahrt verließ mich mein Mitfahrer, er wollte in eine andere Richtung. Ich selbst habe meine Tour auch etwas abgeändert, da es Santa Lucia an der Carretera Austral im Dezember einen Bergrutsch gegeben hat, Tote zu beklagen sind und die Strecke auf mehrere Kilometer wohl gesperrt ist. Da ich ja eine  ehemalige Schülerin, die auch drei Monate bei uns in Deutschland verbrachte, in Futaleufu besuchen möchte und der Weg dorthin eben an der Unglücksstelle vorbeiführt, bin ich die Ruta 40 weiter nordwärts gefahren und nach Esquel abgebogen. Dieser Werg führt mich morgen über den Pass direkt in den Ort. Es klappt, konnte Daniela erreichen.