36. Tag

36. Tag, 23.12.2017
Ruhetag, wenn sich auch heute das Wetter – besser der Wind – beruhigt hat, oder ich glaube das nur, weil ich nicht auf dem Rad sitze. Morgen soll es weitergehen, mal sehen, wo ich Weihnachten 2017 verbringen werde, es könnte wieder eine Tankstelle werden.

35. Tag

35. Tag, 22.12.2017
Commandante Luis Piedra Buena
Bin heute 33 Kilometer gegen den Wind gefahren, es war kalt, die Nase triefte – schlicht auch keine Lust auf Weiterreise.
Ein kleinerer PKW hielt an – da passt nie mein Fahrrad rein, dachte ich – und doch, ein Teil des Rades schaute aus dem Kofferraum heraus, gut verschnürt. Wir fuhren bis zu dem oben angegeben Ort – Tankstelle + Cabana.

34. Tag

34. Tag, 21.12.2017
in der Pampa, 50 km nach San Julian
Morgens bekam ich von einem netten Bediensteten des Campingplatzes einen Kaffee. Gegen 8:30 Uhr kam ich los, schon am Ortsausgang folgte mir ein junger Hund ca. 10 Kilometer auch noch  an der Ruta 3 entlang. Er wollte wohl mit mir verreisen. Irgendwann sah ich ihn nicht mehr, ich wollte ja nicht, dass er überfahren wird, es wäre nicht die erste Hundeleiche, an der ich vorbeifuhr.
Und bald kam der böse Gegenwind. Nach 50 Kilometern machte ich Pause, die dauerte die ganze Nacht lang. Zuvor kam ein LKW  -beladen mit Butangas –  bei mir vorbei und hielt, stieg aus mit einer Wasserflasche in der Hand. Er hatte mich wohl gesehen, kehrte um und wir hielten ein Schwätzchen. So ziemlich in der eben befahrenen Gegend hatte ein chinesischer Radfahrer einen tödlichen Unfall. Diese Geschichte hörte ich nicht zu ersten Mal. Um so mehr passe ich natürlich auf, verlasse lieber einmal mehr die Straße!
In einem Graben entlang der Straße etwas windgeschützt baute ich mein Zelt auf. Aus der einen Richtung war ich wohl schon von Weitem sichtbar, immer wieder hupten Fahrzeuge, doch ich dämmerte schon ein.

Mit dem Herren in der Mitte unterhielt ich mich über die Lebensweisen in unseren Ländern. Er bot mir am nächsten Morgen Kaffee an! Gracias!
Der nette Wasserspender beim Umkehren!
In der Mulde war es etwas windgeschützter – Blick zurück nach Norden.

33. Tag

33. Tag, 20.12.2017
Puerto San Julián
Punkt 8 Uhr trieb mich der Wind ca 50 Kilometer weit gen Süden. Eins, zwei Kurven und nun Seitenwind. Hatte zu kämpfen um die Spur zu halten. Das sah ein Fahrer eines Kastenwagens und hielt an und fragte, ob er mich mitnehmen sollte. Ich hörte mich nicht „Nein!“ sagen. Er setzte mich an dem Camping Municipal in San Julian ab. Der junge Papa ist Chilene und stammt aus Valdivia. Vielen Dank!
Bank, Einkaufen und auf bessere Windverhältnisse warten.

Guanakos kennen keine Radfahrer, sie stürmen davon, wenn sie mich schon sehr früh entdecken ertönen Warnrufe ähnlich einem kurzen Wiehern eines Pferdes.
Vielen Dank – Muchas gracias – Chilene aus Valdivia
Die Magellan-Straße ist nicht mehr weit!
… um sie zu finden brauchte man schon ein Fernglas. Aber ob damals fotografiert wurde?
Werbeträger für Wasser. Als ich auf den Zeltplatz kam folgte mir eine junge Dame, ob sie ein Foto von mir machen könne. Aus der Tasche lugte eine Wasserflasche, die Abfüllung gehöre ihrem Vater – ich sei ein idealer Werbeträger! „Stimmt“!

 

 

32. Tag

Tres Cerros

Schöner gestriger Abend im Cabana.
Kurz nach 8 Uhr fuhr ich nochmals zur Tankstelle, um mich mit ausreichen Wasser zu versorgen. Ich dachte, ich bräuchte 2 Tag bis Tres Cerros, schafft di Strecke in einem Tag, auch wenn ein Teil des Wegs recht hügelig war. So lässt sich die Fahrzeit erklären von 7 1/2 Stunden. Heute habe ich die ersten Nandus sehen können und einige Guanacos.

 

 

 

31. Tag

31.Tag, 18.12.2017
Ruhig war es dann doch nicht. Der sturmartige Wind blies mir die ganze Nacht das Innenzelt gegen das Gesicht, mit Geräuschen stets zu-und wieder abnehmenden.
Gegen 7:00 Uhr raffte ich mich unausgeschlafen auf und freute mich auf einen selbst zubereiteten Kaffee, den ich mit dem neu erstandenen Gaskocher produzieren wollte – nur – er tat´s nicht, auch noch Reparaturversuchen nicht. Als weg damit, gleich in den Mülleimer und ich – mehr als frustriert! Eine paar Kekse und Fanta tats dann auch.
Zurück auf der Ruta 3 begann eine bergige Tour, hügelige könnte man besser sagen. Mein Gesamtgewicht drückt eben nach unten, hoch wird´s langsamer und runter schnell! So ist man war und außen kalt, verschwitzt und och kann man kaum die Windjacke öffnen. Schließlich traf ich auf ein recht planes Gelände und s endete nach 70 Kilometern in Fitzroy. Dort musste ich einkaufen, Geld wechseln, mich für die nächsten zwei Tage mit ca. 140 Kilometern vorbereiten. Auch ein gutes Essen am heutigen Tag war wichtig.
Planung hin und her, Gespräche mit den Ansässigen sind die beste Vorbereitung.

30. Tag

30. Tag, 17.12.2017
Caleta Olivia
Nach gutem Frühstück im Hotel kam ich kurz nach 8 Uhr auf den Weg, die Straße. An der nahen Kreuzung Ruta 3 / Ruta 26 die Entscheidung, doch in Richtung Süden zu fahren, also auf der 3 zu bleiben. Eine schöne, abwechslungsreiche Fahrt, nicht durch den Wind getrübt, die Polizeikontrolle ein Erlebnis. Der Straßenbelag ist schlecht, eine neue wir gebaut, die zum Teil enltlang der alten schon mit gutem Belag vorhanden war. Also fuhr ich auf der neuen Straße, Die Polizei meinte auch, nach der Kontrolle geht sie noch ein gutes Stück weiter. Einige Stunden werden es gewesen sein, Zeit um nach rechts und links zu schauen und nicht in den Rückspiegel.
In Caleta angekommen fragte ich mich nach dem Campingplatz durch. Eine Dusche zwar, aber sonst – der Weg dahin eine Müllhalde, überall vom Wind verwehte Plastigfahnen als Blumenschmuck an den Büschen. Abendessen – Kekse und Bier. Es windete und ich fror, Hunde belllten und bettelten. Alles etwas chaotisch.
Es wird sicher ruhig und dunkel, so schrieb ich noch am Abend meine Erlebnisse auf, ein Nachbar machte ein Licht an und … der Wind!

An dieser Kreuzung musste ich mich entscheiden
Landschaften

29. Tag

29. Tag, 16.12.2017
Mit dem heutigen Tag – ich sitze am Computer – bin ich nun einen Monat unterwegs.
Weit kam ich heute allerdings nicht, nach 7 Kilometern sah ich das Hotel, in dem ich gerade sitze.
Waschen, die Taschen säubern, den kaputten Schlauch flicken und … . Ich sitze vor dem Fenster mit Blick auf Hügel und Bäume, es weht ein leichtes Lüftchen, das Einzige, was mich gerade ärgert ist eine Fliege, so, jetzt ärgert diese mich nicht mehr!
Entschieden, habe ich mich noch nicht. Weiter nach Süden oder die Ruta 26, die nach Barilodge führt, oder später auf die 40, die mich nach Cohaique bringen würde, auf die Carretera Austral.
Entscheiden werde ich mich heute Abend, oder morgen am Verkehrskreisel!

28. Tag

28. Tag, 15.12. 2017
Commodoro Rivadavia
Nun bin ich doch losgefahren, es schien zunächst ein güünstige Windrichtung für mich zu sein. Natürlich die Verwirbelungen bei vorbeifahrenden Fahrzeugen.
Man merkt ja schon an meinen Inhalten, was mich gerade mehr beschäftigt, die Natur oder die profane Wegstrecke. Die Blicke richten sich fast nur auf die Straße und in den Rückspiegel, absolut wichtigstes Teil an meinem Fahrrad (habe noch zwei kleinere als Ersatz dabei). Fahrzeuge wurden immer weniger, ca 35. Kilometer hatte ich hinter mir, keine Ortschaft nach Karte in Aussicht (da stand eine, nur die gibt es nicht!!!) Also – Hand raus – Haltezeichen, zwei grüßten mich noch freundlich, schon der dritte Fahrer mit Beifahrerin hielt an. Wir verstauten mein Fahrrad und los ging´s. So wurde aus den 35 Kilometern 145 – wohlgemerkt keine Versorgungsstation – gegen den Wind! Unmöglich!
Nun weitere Bedenken hinsichtlich der weitere Tour in Süden.
Zunächst fragte ich bei der Touristikinformation nach, die befand sich gerade neben der Stelle, an der ich mal wieder einen Platten flicken musste – kam ein Junge vorbei, der mich darauf hinwies.
Sie beschrieben mir einen Zeltplatz ca. 13 weiter, im Busterminal habe ich auch mal nachgefragt, Buse nach Barilodge gibt es natürlich, das Fahrrad muss verpackt werden in einem Karton. „Haben Sie einen Karton“, so meine Entgegnung. „Nein“ – Also nachdenken! Besseres Wetter abwarten!
Ich kam wieder (wie immer) an einer Tankstelle mit gegenüber liegendem Supermarkt vorbei. An einer grünen Stelle zur Straße hin, gerne “ es sei doch wie im Paradies“, meinte der zuvorkommende Tankstellenwärter.
Es kam ein Sturm auf, er blies mich vom Rad, Zelt konnte ich gerade noch aufbauen und hielt die ganze Nacht durch. Diese Nacht, so glaube ich, war die lauteste in meinem Leben.

Weit und breit nichts zu sehen – nur Landschaft
Obwohl hinter dem Zaun, also auf Privatgelände, nichts wie weg!
Vielen, vielen Dank! Muchas gracias a ustedes! Vielleicht ist dieses freundliche Paar mein Lebensretter. Ich weiß, die Leute hier lassen mich nicht im Stich!
Blick, von „meiner Tankstelle“ aus auf den Atlantik. Als ich die Straße zu Fuß überqueren wollte, musste ich mich ausbalancieren.
Meine Tankstelle – hinter der Holztafel verbrachte ich die Nacht – rechts am Oleander mein Fahrrad

27. Tag

27.Tag, 14.12.2017
Am nächsten Morgen kam so nach und nach der Schock – Gegenwind – kaum Chance voranzukommen, gefährlich wird es bei vorbeifahrenden LKW´s. Nach 70 Kilometern gab ich auf und streckte mal den Daumen zur Straßenseite hin. Manche erwiderten dies ihrerseits auch mit Daumen hoch. So war das natürlich nicht gedacht. Ein Mann hielt an und nahm mich mit bis Gerayalde, nur eine Tankstelle, sonst nichts. Den ganzen Tag keinerlei Verpflegung, da werfen sich mir Fragen auf und einige Bedenken. Ich dachte mir bei ähnlich starkem Wind verbleibe ich an meiner Versorgungsstation. Meine Helm hatte ich im Auto vergessen – der fährt jetzt einige Touren ohne mich.