29. Tag

29. Tag, 16.12.2017
Mit dem heutigen Tag – ich sitze am Computer – bin ich nun einen Monat unterwegs.
Weit kam ich heute allerdings nicht, nach 7 Kilometern sah ich das Hotel, in dem ich gerade sitze.
Waschen, die Taschen säubern, den kaputten Schlauch flicken und … . Ich sitze vor dem Fenster mit Blick auf Hügel und Bäume, es weht ein leichtes Lüftchen, das Einzige, was mich gerade ärgert ist eine Fliege, so, jetzt ärgert diese mich nicht mehr!
Entschieden, habe ich mich noch nicht. Weiter nach Süden oder die Ruta 26, die nach Barilodge führt, oder später auf die 40, die mich nach Cohaique bringen würde, auf die Carretera Austral.
Entscheiden werde ich mich heute Abend, oder morgen am Verkehrskreisel!

28. Tag

28. Tag, 15.12. 2017
Commodoro Rivadavia
Nun bin ich doch losgefahren, es schien zunächst ein güünstige Windrichtung für mich zu sein. Natürlich die Verwirbelungen bei vorbeifahrenden Fahrzeugen.
Man merkt ja schon an meinen Inhalten, was mich gerade mehr beschäftigt, die Natur oder die profane Wegstrecke. Die Blicke richten sich fast nur auf die Straße und in den Rückspiegel, absolut wichtigstes Teil an meinem Fahrrad (habe noch zwei kleinere als Ersatz dabei). Fahrzeuge wurden immer weniger, ca 35. Kilometer hatte ich hinter mir, keine Ortschaft nach Karte in Aussicht (da stand eine, nur die gibt es nicht!!!) Also – Hand raus – Haltezeichen, zwei grüßten mich noch freundlich, schon der dritte Fahrer mit Beifahrerin hielt an. Wir verstauten mein Fahrrad und los ging´s. So wurde aus den 35 Kilometern 145 – wohlgemerkt keine Versorgungsstation – gegen den Wind! Unmöglich!
Nun weitere Bedenken hinsichtlich der weitere Tour in Süden.
Zunächst fragte ich bei der Touristikinformation nach, die befand sich gerade neben der Stelle, an der ich mal wieder einen Platten flicken musste – kam ein Junge vorbei, der mich darauf hinwies.
Sie beschrieben mir einen Zeltplatz ca. 13 weiter, im Busterminal habe ich auch mal nachgefragt, Buse nach Barilodge gibt es natürlich, das Fahrrad muss verpackt werden in einem Karton. „Haben Sie einen Karton“, so meine Entgegnung. „Nein“ – Also nachdenken! Besseres Wetter abwarten!
Ich kam wieder (wie immer) an einer Tankstelle mit gegenüber liegendem Supermarkt vorbei. An einer grünen Stelle zur Straße hin, gerne “ es sei doch wie im Paradies“, meinte der zuvorkommende Tankstellenwärter.
Es kam ein Sturm auf, er blies mich vom Rad, Zelt konnte ich gerade noch aufbauen und hielt die ganze Nacht durch. Diese Nacht, so glaube ich, war die lauteste in meinem Leben.

Weit und breit nichts zu sehen – nur Landschaft
Obwohl hinter dem Zaun, also auf Privatgelände, nichts wie weg!
Vielen, vielen Dank! Muchas gracias a ustedes! Vielleicht ist dieses freundliche Paar mein Lebensretter. Ich weiß, die Leute hier lassen mich nicht im Stich!
Blick, von „meiner Tankstelle“ aus auf den Atlantik. Als ich die Straße zu Fuß überqueren wollte, musste ich mich ausbalancieren.
Meine Tankstelle – hinter der Holztafel verbrachte ich die Nacht – rechts am Oleander mein Fahrrad

27. Tag

27.Tag, 14.12.2017
Am nächsten Morgen kam so nach und nach der Schock – Gegenwind – kaum Chance voranzukommen, gefährlich wird es bei vorbeifahrenden LKW´s. Nach 70 Kilometern gab ich auf und streckte mal den Daumen zur Straßenseite hin. Manche erwiderten dies ihrerseits auch mit Daumen hoch. So war das natürlich nicht gedacht. Ein Mann hielt an und nahm mich mit bis Gerayalde, nur eine Tankstelle, sonst nichts. Den ganzen Tag keinerlei Verpflegung, da werfen sich mir Fragen auf und einige Bedenken. Ich dachte mir bei ähnlich starkem Wind verbleibe ich an meiner Versorgungsstation. Meine Helm hatte ich im Auto vergessen – der fährt jetzt einige Touren ohne mich.

 

 

 

26. Tag

26. Tag, 13.12.2017
Bin in Trelew angekommen, eine Bank gefunden und  da kein Camping, zurück zur YPF Station. Heute wunderbar hier gegessen, ist billiger als selbst kochen. Kurz vor Ankunft sah ich am Wegesrand einen riesigen Dino – gut er bewegte sich nicht, aber ich mich hin. Ein Denkmal, in der Nähe der Stadt wurde der derzeit größt Dinosaurier der Welt gefunden. Am Eingang traf ich auf einen jungen Mann der auch mal mich fotografierte. Ein netter Kerl!

25. Tag

25. Tag, 12.12.2017
Ich werde wohl in Puerto Madryn ankommen, das hatte ich mit nach der langen Tagestour zuvor schon gedacht. Ich kam auch an, aber nicht so einfach, da der Wind sich drehte. Noch an der Ruta 3 trank ich etwas, als ich die Tankstelle verließ frohr ich und musste neben Windjacke auch Pullover anziehen. Es ging noch ca. 8 Kilometer bis zur Stadt. Gleich zu Beginn fand ich einen groß angelegten Zeltplatz, allerding alles offen und unbewacht, warme Duschen zwar aber es bließ ein kalter Wind. Zuvor hatte ich ganz in der Nähe noch etwas Essbares einkaufen können, so wurde mir nach und nach wärmer.
Neben mir war ein junge Familie mit ihren vier Kindern untergebracht. Sie stammen aus Belgien und waren 4 1/4 Monate mit Fahrrad unterwegs – begonnen hatten sie in Cusco. Wir tranken dann noch zusammen einen Schluck Bier.
Eigentlich wollte ich ja ein paar Tage auf der Peninsula bleiben. Doch meine Idee das Fahrrad und Gepäck auf dem Zeltplatz einschließen zu lassen und einen Bus zu nehmen stieß bei dem Platzherren auf keine Gegenliebe. Nun kam die günstige Windrichtung und ich fuhr weiter.

 

24. Tag

24.Tag, 11.12.17
Heute bin ich bis El Elpalme gefahren.
Nach einer ruhigen Nacht an der Tankstelle YPF – konnte Blog bearbeiten und aktualisieren – stand der Wind günstig für mich, eigentlich stand er nicht, sondern bließ mir stets in meinen Rücken. Schon um 7:30 Uhr konnte ich losfahren und schaffte kurz nach 12:00 Uhr die 80 Kilometer, da hatt ich in meinem Tourendasein noch nie bewältigt. An der Tankstelle in Sierra Grande etwas getrunken, wozu hier die Nacht verbringen, dachte ich mir und ließ mich weiter vom Wind treiben. 8 Kilometer vor El Elpalme fragte ich mal bei der Polizei an, wo ich denn übernachten könne. Sie boten mir erstmal Kirschen an und wir unterhielten uns (wie schon so oft mit der Polizei). Sie informierten mich über ein Restaurant eben 8 Kilometer weiter. Unterwegs hielt noch ein Campesino und und fragte mich aus.
Die Leute sind sehr nett und natürlich auh neugierig auf das Woher und Wohin. Hinter dem Restaurant zwischen Hühnern und Hunden konnte ich mein Zelt aufschlagen.
So beendete ich mit 146 Kilometern und gut gesättigt den Abend.

23.Tag

23.Tag, 10.12.17
Heute bin ich nur bis zur Kreuzung der Ruta 3 und 23 (Richtung Barilodge) gefahren. Die ersten 9 Kilometer von „Las Grutas“ auf die Anhöhe der Ruta 3 waren kein Problem, danach heftigsten Gegenwind, mehrmals musste ich die Straße verlassen und im Kiesbett abbremsen. Anbetracht der Tatsache, dass die nächste Versorgungsstation noch über 90 km entfernt ist, beschloss ich an einer Tankstelle zu bleiben – (Kaffee, Gebäck, belegte Brote, Getränke, Toilette … und Internet – was will man mehr.

Eine lebende Schlange, sonst habe ich nur tote Tiere am Straßenrand gesehen. Ob sie es überleben wird?
Mein Schlafplatz und an der Wand mein heutiger Arbeitsplatz.
Ich zog mir meinen Schlafsack über den Kopf, da ich sonst auf dem Schirm nichts sehe.

22.Tag

22. Tag, 09.12 2017
Nach einer ungestörten Nacht – ein Vogel hatte wohl ein Nest in meinem Gebüsch – begann es gegen 6 Uhr zu stürmen. Auf dr Fahrt merkte ich die Windböhen und ließen mich zweimal unabsichtlich den Straßenrand – den Grünstreifen – erreichen.
Nach ca 20 Kilometern hielt plötzlich ein Geländefahrzeug neben mir an. Er hatte mich zuvor schon überholt und zeigte wohl Mitleid. Er nahm mich mit – ich hatte nichts dagegen – und brachte mich bis zu einem Campingplatz in Las Grutas. Wir unterhielten uns ausgiebig, die Fahrt kam mir vor wie im Flugzeug, nach drei Wochen des Radfahrens. Auf dem Platz hatte ich dann viel Zeit Wäsche und mich zu waschen, den Ort zu besuchen und in einer Tankstelle und später in einer Pizzeria wieder Kontakt mit Deutschland aufzunehmen. Drei Tage hatte man von mir nichts mehr gehört. Dies wird nun häufiger vorkommen.

Las Gruzas – ein touristischer Ort

21.Tag

21. Tag, 08.12.17
Morgens wartete ich 2 Stunden auf den Tankstellenbesitzer, des Handy wegen. Nach 30 Kilometern fuhr ich an einem Haus vorbei mit der Aufschrift „Restaurant“ und tatsächlich, die Dame des Hauses servierte mir Nudel mit Ei, einen ganzen Topf voll. Sie wunderte sich wohl, der Topf war leer, ich hatte 3 Tage kaum etwas gegessen außer Keksen und „media lunas“. Ich unterhielt mich lange mit einem jüngeren Mann, besser, er unterhielt sich mit mir – hatte nicht alles verstanden, das war ihm wohl egal.
Unterwegs traf ich auf einen am Straßenrand liegendes altes Fahrzeug – Ölkontrolle. Der Fahrer sprach mich an – deutschstämmig – ich erhielt zwei Flaschen Wasser – das war sehr beruhigend für die Nacht am Straßenrand. Ich saß noch eine ganze Weile hinter Gebüsch, da zog in geringem Abstand ein Fuchs vorbei, er bemerkte und roch mich nicht.
Nuevo Leon, noch sehr weit bis San Antonio Este

Hier gab es das gute Mittagessen

20. Tag

20. Tag 07.12.2017
Gute ruhige Nacht verbracht bis auf ein paar Vögel, die ein Nest schräg über mir hatten , musste ich mal husten, antworteten die Kettenhund.
Mit Rückenwind fuhr ich bis „Ströner“, dort bekam ich nach langer Suche Kaffee und Gebäck und ein nettes Gespräch mit dem Besitzer. Weiter die RN 3 bis „Carmen de Patagonia“ / „Viedema“. In Carmen suchte ich eine Bank, Visa klappte zuerst nicht, bei der dritten Bank – ein junger Mann zeigte sie mir – gelang es mit der normalen EC-Karte einen Betrag abzuheben. Schließlich erfuhr ich in einer Touristik-Information etwas über einen Zeltplatz ca. 20 Kilometer weiter. Die Dame der Info macht noch Fotos von mir – nicht alle Tage kommt ein verrückter, alter Deutscher vorbei, dachte ich mir.
Den Zeltplatz hatte ich nicht erreicht – auch nach Nachfrage bei einem Polizeiposten – ich erreichte eine etwas weniger moderne Tankstelle. Er hatte ein offenes Gebäude – und Bier – das war schließlich mein Schlafplatz. Mein Handy und meine Powerstation hatte ich in der Tankstelle eingesteckt, er käme so gegen 8 / 8:30 Uhr am nächsten Morgen. Mein Ladekabel am Fahrrad funktionierte nicht mehr, auch nach einem Reparaturversuch.
mein Fahrrad hat nun einen Namen „Mühle“, es klappert mit laufendem Tritt.