Fahrtag 27

Montag, 06.01.2020
In Anbetracht der Tatsache, dass nach Pisco einige Steigungen und längere Wegstrecken folgen sollen entschied ich mich nur nach Pisco zu fahren. „Pisco“ ist auch der aus Trauben hergestellte Schnaps, den es in Peru und Chile gibt. Beide Länder kämpfen noch, welcher der bessere ist – diplomatisch in Peru der peruanische, in Chile der chilenische. Ich kennee ja beide zur Genüge. Reben habe ich bislang allerdings noch keine gesehen – ein Stock im Hostal fast vor meinem Fenster.

pollo, pollo, pollo
Nun von Lima ausgerechnet nach Süden

Fahrtag 26

Sonntag, 05.01.2020
Gefahren bin ich – 80 km – bis kurz vor Jaguay (Cañete). Einige Steigungen warn zu bewältigen bei frischem Wind. Gegen Ende bin ich zwei mal abgebogen, um eine Unterkunft zu finden. Im ersten Ort – wenn man das so nennen kann nichts, im zweiten Ort ein lauter Versammlungsraum, ein weißes Häuschen wo Hostal draufstand aber niemand öffnete, weiterfahren. Ich traf kurz danach auf ein nobles Restaurant umgeben mit Rasen und fragte mal nach, ob ich mich darauf niederlassen könnte. Dies wurde angelehnt. Wenige 100 Meter weiter sah ich ein Schild mit Zeltzeichen, Farrad-und Motorräder waren abgebildet. Ich klopfte, die Hunde antworteten sofort, es öffnete sich die Türe und eine freundliche Dame bat mich herein mitsamt des Fahrrades, sollte mich erst mal zu Familie setzen. Dusche da, Sandplatz mit Meerblick, Abendessen und Bier würde ich auch erhalten. Der Tag war wieder einmal gerettet. Erst am nächsten Tag sah ich, dass kein Hostal sobald folgen würde. Unterwegs hielt noch ein Auto mit „Bogota“ auf dem Nummernschild. Wieder wurde ich beschenkt mit Cola und Süßigkeiten. Austausch und Fotos wurden geschossen. In dem parkähnlichen Gelände war auch ein Kolumbianer mit Motorrad zu Gast. Ich erhielt gegen 20 Uhr – hatte eine riesigen Hunger – das beste Essen in Peru, bestens gewürzt „lomo“ – Lende. Die drei Mahlzeiten bei der Familie in Lima waren natürlich auch super lecker!
Gegen 21:30 lag ich in meinem Zelt, schlief sofort ein bis… so gegen 2:30 nachts ich Motorengeräusche hörte und Lichter sah. Ein Bus war eingetroffen und noch zwei Fahrzeuge. Das war´s dann mit dem Schlaf. Die Leute, Kinder und Erwachsene, liefen an meinem Zelt vorbei, leuchteten auch mal das Zelt an und spazierten zum Strand. Mit einigen habe ich später gesprochen, eine kirchliche Reisegruppe, die später frühstückte, ein Herr und sein Sohn stammte aus Cusco.
Ich trank ebenfalls meinen Kaffee, erhielt zwei Brötchen, Marmelade hatte ich selbst dabei.

Badestrände
Aasgeier
Da wäre ich auch gerne reingesprungen.
Mein super Zeltplatz mit hervorragendem Essen.
Mutter – Kolumbianer – Tochter

Fahrtag 25

Samstag, 04.01.2020
Um 6 Uhr morgens stand ich auf und war bei dem Eintreffen von Katy Frias und ihrem Mann um 7:30 Uhr fast fertig. Nur noch alles die Treppen runter, Verabschiedung / Fotos und los gings. Sie begleiteten mich noch mit dem PKW bis zur Panamerika Sur.
Der endgültige Abschied rührte mich sehr, nach soviel Zuvorkommen und Engagement mir gegenüber.
So fuhr ich etwas traurig los, aber flott ging es voran. So nach 10 Kolometer stieß ein Kleinbus, ich stand, an meine hintere linke Tasche und die Schnalle zur Befestigung brach, ich hatte noch Ersatz. Viel Verkehr da auch ja Wochenende und Ferienzeit, doch ich kam gut voran und fand in Mala ein Hostal mit erträglichen Preis, andere waren zu teuer, lagen ja auch direkt am Meer. Ich bin ja etwas länger unterwegs als nur ein Wochenende.
Heute klappt es auch mit dem Blog.

Kontraste
Strandlandschaften
2 x Eisbecher gegessen ! Super – Es folgten fast hintereinander noch 30 solcher Eisstände mit Corporate Identity – wohl immer der gleiche Besitzer – junge Mädchen (Ferien?)
viel Steine gab’s und wenig Brot
Felsentor
„viel Bier gab´s und Hamburger“

Lima Tag 3

03.01.2020

Pünktlich um 10:30 Uhr wurde ich zur Rundfahrt durch das Zentrum Limas abgeholt. Nach Parkplatzsuche ging es zu Fuß weiter: Durch Fußgängerzonen, chinesischem Viertel und Plaza de Armas, Regierungsgebäuden, Kirchen, Sitz des Präsidenten.
Auch einen Abstecher zum Mehr nahmen wir vor, riesige Hotelanlagen bekannter internationaler Hotelketten.  Ich hatte doch sicher die beste Unterkunft, die man in Lima finden konnte. Riesiges Appartement in relativ ruhiger und sichererer Lage – gut – Bett und Stuhl brachte ich selbst mit.

Abends hatte ich die Familie zum  Essen eingeladen.
Es war eine wunderbare Zeit mit der Familie! Vielen Dank! Muchas Gracias!

Eingang chinesisches Zentrum
chinesische Produkte / Banken
Kanzlei
Plaza de Armas
„Taubenscheuer“
Ufer Pazifik auf der Höhe des Zentrums

Lima 2. Tag

02.01.2020

Morgens gut gefrühstückt mit Panettone und Kaffee, um 11 Uhr abgeholt zu einem Internetkaffee. Wir kauften etwas und erhielten Netzzugang: Problem – ich konnte zwar den Blog öffnen nicht aber mich anmelden – wohl der Surfer von world-press.

Anschließend besuchten wir zwei Brüder namens Sattler, dort in der Garage steht ein alter Wagen der Autounion Baujahr 1938 – ohne erkennbaren Rost oder Schäden. Vor der Garage noch ein alter Käfer – mit Blinker an der Türschwelle. Deutschstämmige gibt es natürlich auch in Peru. Der 87-jährige Besitzer war Architekt. In der Wohnung auf jeder Treppenstufe mein Namensgeber „Nikolaus“, an der Wand Text der Hymne Deutschlands – alle Strophen!

Abends eine weitere Fahrt durch Santiago de Surco, Miraflores und Barranco, eigenständige Teile Limas mit eigener Verwaltung. In der Nähe des Meeres besuchten wir in Barranco eine urige Kneipe. Tolle Eindrücke!

Wäsche waschen mit warmen Wasser, luftiger Raum – super!
Mal sehen, wie lange das reparierte Rad durchhält.
Arbeitsplatz
Barranco – Eindrücke
urige Kneipe – mit gutschmeckenden Brötchen
– Büste des Wirts an der Wand ausgestellt

Lima 1. Tag

01.01.2020
Früh aufgestanden, musste ja den Transport zu dem Appartement in Lima – Surco organisieren. Kontaktperson ist eine Freundin von Laura, die das Appartement wenn auch leergeräumt noch besitzt, Strom und Wasser ist vorhanden, einen Stuhl und Schlafmatte habe ich ja mit. Mit dem Taxifahrer war ausgemacht, dass er die Familie kontaktiert um uns – Schlüssel – zu koordinieren. Alles klappte wunderbar! Dem Taxifahrer muss ich ein besonderes Lob aussprechen, er fuhr kleine Straßen, hielt bei Fußgängern an und wir hatten ein tolles Gespräch. Ich hatte bei einem früheren Besuch in Lima mal das Doppelte bezahlt, wenn er langsam fährt, daran erinnerte ich mich bei dieser Fahrt.
Beiden Herren meinen besten Dank!

Mittags lud mich die Familie Frias zum Essen ein, abends führten sie mich in einen schönen Park – Parque de la Amistad –  und wir probierten die dort angebotenen Süßigkeiten.

Zuvor hatte ich das Fahrrad in die Wohnung getragen, wieder einen Schlauch gewechselt und den anderen geklebt – und noch einige Kleinigkeiten gerichtet.  Nun sitze ich hier in der Küche auf einem Regalteil, denn mein Stuhl ist für das Arbeiten an meinem Laptop ungeeignet.

Morgen werde ich gegen 11 Uhr durch die sich rührend um mich kümmernde Familie wieder abgeholt und werde, da ich im Appartement kein Internet habe, in einem Restaurant / Bar diese Zeilen und Bilder in diesen Blog hochladen.

Straßen vom Taxi aus aufgenommen
Blick vom Balkon des Appartements
… wurde zu meinem Schlafzimmer
Küche zur Werkstatt – Eimer zum Hocker
Parque de la Amistad
Familie Frias – Freunde von Laura
linke Hand auf Lenkertasche – rechte zu …

24. Fahrtag

Dienstag, 31.12.2019
Morgens fand ich mein Rad mit einem Platten vor – sehr erfreulich – so kam ich doch etwas später weg, obwohl ich sehr früh schon auf der Straße Kaffee und Käsebrötchen erhielt.
Irgendwie fing der Tag ja schon schlecht an, die Nacht zuvor war ja auch nicht besser. In Gramita, ein kleines Restaurant, natürlich hielt ich an. Ein Herr bat mich gleich an einen Tisch im hinteren Teil des Restaurants. Er sammelt seit Jahren in Form von Gästebüchern Einträge von Fahrrad- und Motorradtouristen und -innen. Auch ich durfte mich verewigen, wollte bezahlen, er wollte kein Geld!  Bei Kilometer 333 (bis Lima) schoss ich noch ein Foto und erholte mich kurz danach, das Fahrrad an einer Felswand angelehnt. Mein Blick war wohl nicht so begeisternd, denn plötzlich – ich schaute in Richtung eines LKW´s, hielt dieser an und der Fahrer stieg aus. Der Fahrer hatte mich auf seinem Hinweg schon einmal gesehen. Er würde nach Lima fahren und mich mitnehmen – ich hörte mich nicht nein sagen! Fahrrad auf Fässern eines Chemietransporters, festgebunden. Mein Gepäck auf dem Liegeteil des Fahrers. So fuhren wir die Panamerikana entlang, bald durch den Ort, den ich eigentlich an diesem Tag erreichen wollte. Nach einer Autowäsche auf dem Weg fuhr mich der nette Fahrer – es war sehr unterhaltsam – bis nordöstlich zu einem Hotel, welches er kannte. Bergauf und wieder bergab, entlang von Spargelfeldern und Erdbeerplantagen, schließlich erreichten wir die gefährliche Uferstraße. Hier  – es war schon dunkel und vielleicht besser für mich – stürzte letztes Jahr ein Bus ab mit vielen Toten.
Fahrrad und Gepäck vor dem Hotel abgeladen und ich zog in Lima ein. Nachtessen? Drei Büchsen Bier aus dem Zimmerkühlschrank mussten ausreichen. Das „Neue Jahr“ in Peru habe ich verschlafen. Den Jahreswechsel in Deutschland, da saß ich noch bequem im LKW. Lima.

Eintrag ins Gästebuch – durfte mein Essen und Getränk nicht bezahlen.
333 Kilometer vor Lima – Panamerika Nord
Häuschen mit Garten – ohne Wasser eben Kakteen
Mit gewaschenem Wagen zogen wir in Lima ein.
Der nette Fahrer, sehr unterhaltsam, war seit 5 Uhr morgens auf der Straße – gegen 21 Uhr kamen wir beim Hostal an.



23. Fahrtag

23. Fahrtag
Montag, 30.12.2019

Heute bin ich von Chimbote nach Casma gefahren. Casma, ein eher kleiner Ort bin einem schön gestalteten „plaza de armas“. Die Strecke bergig, luftig, schöne Dünenlandschaften, die zum Teil bis an den Straßenrand reichten. An einer Stelle schaufelte ein Bagger den Sand von der einen auf die andere Seite, um die Straße zu schützen. Der Wind weht ja regelmäßig eher von Südwest nach Nordost.   Im Ort angekommen fragte ich zunächst in einem etwas teureren Hotel nach, die Dame meinte gleich, dass sie über Silvester die Preise erhöht hatten. So fand ich ein für mich ein passendes Hostal direkt am Plaza. Irgendwann schlief ich ein nach Besuch einer Bierkneipe und einem Restaurant – nicht alle Restaurants verkaufen auch Bier. Bald wachte ich wieder auf, nebenan war wohl eine Disco, erst gegen 3 Uhr morgens fand ich Ruhe.

22. Fahrtag

Sonntag, 29.12.2019

Fahrt nach Chimbote
Wieder einige Steigungen und Abfahrten, trockene Gebiete und gut mit Wasser versorgte Reisfelder. Unterhaltungen mit einem Motorradfahrer aus Frankreich und einem Dorfpolizisten kurz vor Chimbote. Chimbotes Innenstadt total überlaufen, kaum Platz auf den Gehwegen. Schnell fand ich ein Hostal, nette Leute, einer begleitete mich zur Bank. Als ich später noch einen Rundgang machte, fand ich den Weg nicht mehr zurück, ich fand mein Hostal nicht mehr. Zum Glück hatte ich mit der W-Lan Verbindung, die mir das Hostal gab auch den Namen. Irgendwann landete ich auf dem – wie immer – größten Platz „plaza de armas“, dort befindet sich auch die Polizeizentrale, die mir weiterhelfen konnte. Großstädte für mich ein Horror. So gab´s es dann keine Pizza.
Nach 40 Kilometern ohne Restaurant – ohne Versorgung – fand ich auf der Strecke einen Club mit Bungalows und Pool – und für mich auch ein Restaurant, man ließ mich zum Essen ohne Eintritt herein.

Lima rückt näher
Wer hier wohl sich ausruhte?
kurz vor schneller Abfahrt – 380 m hoch – bis zu 52 km/h schnell-
natürlich nur auf der Straße
kleines Exemplar – aber schnell

21. Fahrtag

Samstag, 28.12.2019

Die Fahrt ging von Trujillo bis zu dem kleineren Ort Chao.
Habe gut aus der Stadt herausgefunden, erfragt. Am Stadtrand verlief die Straße bergauf, von fern konnte man schon einen Wasserturm erkennen, diese stehen ja stets oben. Bei den Steigungen traf ich ein junges Radlerpaar, sie aus Spanien, er aus Argentinien, sie hatten sich auf der Fahrt kennengelernt. Sie bestaunten meine Ausrüstung, ihre Räder waren in die Jahre gekommen – das geht aber auch. Mit von der Partie war ein Papageienvogel, den sie irgendwo fanden und sie auf ihrer Weiterreise begleitet. Abend im Hotel erfuhr ich, dass ein Tag zuvor schon eine Radlerin übernachtete. Ich aß in einem Imbiss, schmeckte gut, nur  es dröhnte mal wieder die Musik.

Blick zurück auf Trujillo
Radlerkollegen