38. Tag

25.12.2017
Wie ein Tag eine Fahrradreise zu einem Ruhetag wird.

Die Nacht war kurz, ich wollte ja nicht den gestrigen Fahrer verpassen. So  kroch ich vor 6 Uhr aus dem Schafsack und unter dem LKW-Anhänger hervor. Eine Toilette gab es, die LKW´s standen auch bei einer Tankstelle. Au die Strecke gefahren und gewartet, doch kein LKW in Sicht. Kalter Wind und gefroren, schließlich wärmte die aufgehende Sonne etwas.
Was tun. Musste wieder planen.  Die Tankstellen abgefahren, ob ich irgend wo einen Kaffee bekomme, noch alles geschlossen. Ein Hotel gefunden und endlich gefrühstückt und mich aufgewärmt.
Idee, ich versuche mir einen Leihwagen zu besorgen und damit nach Ushuaia zu fahren, ein Taxi, ich hatte nachgefragt, wäre sehr teuer, Bus, wenn sie mein Fahrrad mit nehmen, wäre billiger.
Natürlich gibt es noch andere Alternativen: Hinfahren, Strecke nach Punta Arenas nehmen, …?
Nun sitze ich wieder im Hotel und werde wohl morgen hier bleiben müssen, alle Geschäfte sind am heutigen Weihnachtstag
– natürlich – geschlossen.

Wartezeit
Blick auf Rio Gallegos

 

37. Tag

Fahrrad wird verladen und festgebunden

37. Tag, 24.12.2017
Rio Gallegos
Mal sehen, ob es ein weihnachtlicher Tag werden wird.
Zunächst wieder das Fahrrad gepackt, die Taschen durch das Fenster des Hotels heruntergelassen, sonst hätte ich – Türe war verschlossen – durch die Gaststätte der Tankstelle gehen müssen.
Abfahrt Richtung Süden, zunächst noch angenehm. Auch eine folgende Steigung ließ sich leicht bewältigen.
Ich hatte ja im Hinterkopf, dass der Fahrtag nicht also lang werden würde, es solle ja nach 46 Kilometern eine Servicestation geben und erst später die längere Strecke ohne. Nun radelte ich, doch nach 46 Kilometern war nicht, auch nach weitern 4 Kilometern, dafür aber ein enormer Gegenwind direkt von vorne. Wenig Verkehr. Was soll ich tun. Ich rang mit mir und der Entscheidung den Rückweg einzuschlagen, da ich ja schon 5 Stunden gefahren war, müsste der Rückweg wesentlich schneller zu meistern sein. Rückweg eingeschlagen und mit brausendem Tempo wieder an meine zuvor gewesenen Haltepunkten vorbei, so der Eingang zum Nationalpark „Monte Leon“.
Auf dem Hinweg befand sich ein riesiges Schiff an der Ruta 3 – brachte mich ja zuvor ins Staunen, in der Pampa ein Schiff – es war auf Rädern dorthin gebracht worden zu der Abzweigung nach Puerto Santa Cruz, der Regionalhauptstadt. Dort sah ich bei meiner Rückfahrt eine Polizistin, sie konnte ich fragen, ob es Sinn machte bis Santa Cruz zu fahren. Sie begleitete mich in ein kleines Häuschen, dort gab es etwas zu trinken und Essen. Schon beim Essen saß ein kräftig gebauter Herr und es stellte sich heraus, er war der Fahrer des LKW´s, vor dem Häuschen.
Schnell war ausgemacht, dass ich mit ihm Rio Gallegos erreichen werde.
Noch ein paar Fotos gemacht und Informationen ausgetauscht, Fahrrad verstaut und schon ging´s los! Nun sah ich, keinerlei Versorgungsmöglichkeiten auf über 200 Kilometern!
Wir haben auf der Fahrt viel geplaudert und Musik gehört. Den Fahrern ist es eigentlich nicht erlaubt jemanden mitzunehmen. So musste er mich bei Ankunft etwas früher absetzen – bei einer Tankstelle in Rios Gallegos. Wir hatten ausgemacht, dass er mich am nächsten Tag auf der Strecke auflesen würde – bis – bis nach Ushuaia!
An der Tankstelle war der Abend noch nicht zu Ende! Ich suchte zunächst hinter dem Gebäude einen geeigneten Platz, um mein Zelt aufzuschlagen. Natürlich fragte ich zuvor an einem Nebengebäude an, auch ob es da etwas zu Essen und zu Trinken gäbe, die Tankstelle selbst hat ihren Service heute eingestellt.
Kurz und gut, ein ganze Mannschaft feiernder Fahrer luden mich ein zu jede Menge Grillfleisch, Rotwein und ein Bier nach dem anderen wurde mir auch noch gereicht. Ich staunte nicht schlecht über die fröhliche Gesellschaft. Es wurde spät, es regnete, mein Fahrrad stand von außen an das Fenster gelehnt, so hatte ich bei diesem nassen Wetter keine Lust mehr auf den Aufbau des Zeltes im nassen Gras. Ich fragte mal an, ob ich nicht unter einem LKW nächtigen könnte. „Kein Problem“, nach 24. Uhr begleitete mich ein jüngerer Fahrer zu einem freistehenden Hänger. Im Schlafsack hatte ich es warm.

Vielen Dank für die Ratschläge und Vermittlungen
Die Wirtin – spricht einige Worte auf deutsch
auf der Hinfahrt


Eine wirklich gastfreundliche Gemeinschaft der „camionistas“ – Muchas gracias para todos!
Zwei Firmen waren an diesem Abend anwesend und feierten Weihnachten

36. Tag

36. Tag, 23.12.2017
Ruhetag, wenn sich auch heute das Wetter – besser der Wind – beruhigt hat, oder ich glaube das nur, weil ich nicht auf dem Rad sitze. Morgen soll es weitergehen, mal sehen, wo ich Weihnachten 2017 verbringen werde, es könnte wieder eine Tankstelle werden.

35. Tag

35. Tag, 22.12.2017
Commandante Luis Piedra Buena
Bin heute 33 Kilometer gegen den Wind gefahren, es war kalt, die Nase triefte – schlicht auch keine Lust auf Weiterreise.
Ein kleinerer PKW hielt an – da passt nie mein Fahrrad rein, dachte ich – und doch, ein Teil des Rades schaute aus dem Kofferraum heraus, gut verschnürt. Wir fuhren bis zu dem oben angegeben Ort – Tankstelle + Cabana.

34. Tag

34. Tag, 21.12.2017
in der Pampa, 50 km nach San Julian
Morgens bekam ich von einem netten Bediensteten des Campingplatzes einen Kaffee. Gegen 8:30 Uhr kam ich los, schon am Ortsausgang folgte mir ein junger Hund ca. 10 Kilometer auch noch  an der Ruta 3 entlang. Er wollte wohl mit mir verreisen. Irgendwann sah ich ihn nicht mehr, ich wollte ja nicht, dass er überfahren wird, es wäre nicht die erste Hundeleiche, an der ich vorbeifuhr.
Und bald kam der böse Gegenwind. Nach 50 Kilometern machte ich Pause, die dauerte die ganze Nacht lang. Zuvor kam ein LKW  -beladen mit Butangas –  bei mir vorbei und hielt, stieg aus mit einer Wasserflasche in der Hand. Er hatte mich wohl gesehen, kehrte um und wir hielten ein Schwätzchen. So ziemlich in der eben befahrenen Gegend hatte ein chinesischer Radfahrer einen tödlichen Unfall. Diese Geschichte hörte ich nicht zu ersten Mal. Um so mehr passe ich natürlich auf, verlasse lieber einmal mehr die Straße!
In einem Graben entlang der Straße etwas windgeschützt baute ich mein Zelt auf. Aus der einen Richtung war ich wohl schon von Weitem sichtbar, immer wieder hupten Fahrzeuge, doch ich dämmerte schon ein.

Mit dem Herren in der Mitte unterhielt ich mich über die Lebensweisen in unseren Ländern. Er bot mir am nächsten Morgen Kaffee an! Gracias!
Der nette Wasserspender beim Umkehren!
In der Mulde war es etwas windgeschützter – Blick zurück nach Norden.

33. Tag

33. Tag, 20.12.2017
Puerto San Julián
Punkt 8 Uhr trieb mich der Wind ca 50 Kilometer weit gen Süden. Eins, zwei Kurven und nun Seitenwind. Hatte zu kämpfen um die Spur zu halten. Das sah ein Fahrer eines Kastenwagens und hielt an und fragte, ob er mich mitnehmen sollte. Ich hörte mich nicht „Nein!“ sagen. Er setzte mich an dem Camping Municipal in San Julian ab. Der junge Papa ist Chilene und stammt aus Valdivia. Vielen Dank!
Bank, Einkaufen und auf bessere Windverhältnisse warten.

Guanakos kennen keine Radfahrer, sie stürmen davon, wenn sie mich schon sehr früh entdecken ertönen Warnrufe ähnlich einem kurzen Wiehern eines Pferdes.
Vielen Dank – Muchas gracias – Chilene aus Valdivia
Die Magellan-Straße ist nicht mehr weit!
… um sie zu finden brauchte man schon ein Fernglas. Aber ob damals fotografiert wurde?
Werbeträger für Wasser. Als ich auf den Zeltplatz kam folgte mir eine junge Dame, ob sie ein Foto von mir machen könne. Aus der Tasche lugte eine Wasserflasche, die Abfüllung gehöre ihrem Vater – ich sei ein idealer Werbeträger! „Stimmt“!

 

 

32. Tag

Tres Cerros

Schöner gestriger Abend im Cabana.
Kurz nach 8 Uhr fuhr ich nochmals zur Tankstelle, um mich mit ausreichen Wasser zu versorgen. Ich dachte, ich bräuchte 2 Tag bis Tres Cerros, schafft di Strecke in einem Tag, auch wenn ein Teil des Wegs recht hügelig war. So lässt sich die Fahrzeit erklären von 7 1/2 Stunden. Heute habe ich die ersten Nandus sehen können und einige Guanacos.

 

 

 

31. Tag

31.Tag, 18.12.2017
Ruhig war es dann doch nicht. Der sturmartige Wind blies mir die ganze Nacht das Innenzelt gegen das Gesicht, mit Geräuschen stets zu-und wieder abnehmenden.
Gegen 7:00 Uhr raffte ich mich unausgeschlafen auf und freute mich auf einen selbst zubereiteten Kaffee, den ich mit dem neu erstandenen Gaskocher produzieren wollte – nur – er tat´s nicht, auch noch Reparaturversuchen nicht. Als weg damit, gleich in den Mülleimer und ich – mehr als frustriert! Eine paar Kekse und Fanta tats dann auch.
Zurück auf der Ruta 3 begann eine bergige Tour, hügelige könnte man besser sagen. Mein Gesamtgewicht drückt eben nach unten, hoch wird´s langsamer und runter schnell! So ist man war und außen kalt, verschwitzt und och kann man kaum die Windjacke öffnen. Schließlich traf ich auf ein recht planes Gelände und s endete nach 70 Kilometern in Fitzroy. Dort musste ich einkaufen, Geld wechseln, mich für die nächsten zwei Tage mit ca. 140 Kilometern vorbereiten. Auch ein gutes Essen am heutigen Tag war wichtig.
Planung hin und her, Gespräche mit den Ansässigen sind die beste Vorbereitung.

30. Tag

30. Tag, 17.12.2017
Caleta Olivia
Nach gutem Frühstück im Hotel kam ich kurz nach 8 Uhr auf den Weg, die Straße. An der nahen Kreuzung Ruta 3 / Ruta 26 die Entscheidung, doch in Richtung Süden zu fahren, also auf der 3 zu bleiben. Eine schöne, abwechslungsreiche Fahrt, nicht durch den Wind getrübt, die Polizeikontrolle ein Erlebnis. Der Straßenbelag ist schlecht, eine neue wir gebaut, die zum Teil enltlang der alten schon mit gutem Belag vorhanden war. Also fuhr ich auf der neuen Straße, Die Polizei meinte auch, nach der Kontrolle geht sie noch ein gutes Stück weiter. Einige Stunden werden es gewesen sein, Zeit um nach rechts und links zu schauen und nicht in den Rückspiegel.
In Caleta angekommen fragte ich mich nach dem Campingplatz durch. Eine Dusche zwar, aber sonst – der Weg dahin eine Müllhalde, überall vom Wind verwehte Plastigfahnen als Blumenschmuck an den Büschen. Abendessen – Kekse und Bier. Es windete und ich fror, Hunde belllten und bettelten. Alles etwas chaotisch.
Es wird sicher ruhig und dunkel, so schrieb ich noch am Abend meine Erlebnisse auf, ein Nachbar machte ein Licht an und … der Wind!

An dieser Kreuzung musste ich mich entscheiden
Landschaften

29. Tag

29. Tag, 16.12.2017
Mit dem heutigen Tag – ich sitze am Computer – bin ich nun einen Monat unterwegs.
Weit kam ich heute allerdings nicht, nach 7 Kilometern sah ich das Hotel, in dem ich gerade sitze.
Waschen, die Taschen säubern, den kaputten Schlauch flicken und … . Ich sitze vor dem Fenster mit Blick auf Hügel und Bäume, es weht ein leichtes Lüftchen, das Einzige, was mich gerade ärgert ist eine Fliege, so, jetzt ärgert diese mich nicht mehr!
Entschieden, habe ich mich noch nicht. Weiter nach Süden oder die Ruta 26, die nach Barilodge führt, oder später auf die 40, die mich nach Cohaique bringen würde, auf die Carretera Austral.
Entscheiden werde ich mich heute Abend, oder morgen am Verkehrskreisel!